Magazin Inter-Consulta
Du-Kultur in Unternehmen

Du oder Sie am Arbeitsplatz

Ist eine DU-Kultur im Unternehmen ein Garant für ein besseres Miteinander?

In kreativen, jungen Teams oder Branchen wie IT und Medien gilt das allgemeine DU unter Kollegen als Hip und selbstverständlich.

Dabei stellt sich für viele Unternehmen die Frage gar nicht ob DU oder SIE am Arbeitsplatz. Hier hat sich unreflektiert diese Kultur eingeschlichen. Kein Wunder, gilt das DU doch als amerikanisch und wird immer als Synonym für gutes Klima, flache Hierarchien, hohe Eigenverantwortung, kollegialen Umgang, hippen Style etc. gesehen.

Aber ist das so? Nicht immer ist das DU ein Garant für guten Umgang.

Alles ist eine Frage des Respekts. Die Filigranität in unserer Sprache, die hier eine Differenzierung zwischen SIE und DU zulässt, ja gar vorschreibt, ist an manchen Stellen durchaus eine Stärke in unserem Kulturkreis und spiegelt auch die Tiefgründigkeit in Technik, Naturwissenschaft und Kultur wieder.

Gerade Unternehmen in Change-Prozessen tun gut daran das Thema explizit für sich zu beantworten und richtig zu gestalten.

Man sollte unterscheiden, ob es eine DU-Kultur zwischen Führungskräften und deren Mitarbeitern oder nur eine DU-Kultur bei Mitarbeitern auf gleicher Ebene gibt. Denn bei ersterer kommt es nicht selten zu Schwierigkeiten bei Konfliktlösungen. Ein „Sie haben Mist gebaut“ klingt anders, als ein „Du hast Mist gebaut!“. In einem Kritikgespräch kann man mit dem SIE eher negative Emotionen vermeiden. Führungskräfte, die sofort und unreflektiert auf DU umschalten oder dies sogar festlegen, bewegen sich auf einem schmalen Grad und sollten hinterfragen, ob diese Form der Kommunikation tatsächlich zur Unternehmenskultur und zum Führungsstil passt.

Mit einem SIE gelingt eine Ausgewogenheit von Nähe und Distanz.

Eine schwache Führungspersönlichkeit kann durch ein SIE eine gesunde Distanz wahren, die manchen Teams guttut. Aber: ein künstliches SIE und damit eine künstlich aufgebaute Distanz macht auch noch keine bessere Führungskraft und Führungskultur.

In der Außenwirkung tritt ein höherer Level an Professionalität zu Tage. Das SIE wirkt respektvoller; gerade in Konflikten und schwierigen Gesprächen unterstützt ein förmlicheres SIE ein freundliches und wertschätzendes Miteinander.

Unser Tipp: Jedes Unternehmen sollte mit der Führungsmannschaft genau über das Du oder SIE nachdenken und sollte auch aushalten, dass es für eine Übergangszeit unterschiedliche Kategorien in der Ansprache gibt.

Redaktion Inter-Consulta

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