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Fachkräftemangel und was Unternehmen dagegen tun können

Gerade mittelständische Firmen in der Industrie tun sich immer schwerer wichtige Stellen mit gutem Personal zu besetzen. Sie könnten mehr, müssen aber so manchen Auftrag ablehnen oder können nicht rechtzeitig liefern, weil einfach die Mitarbeiter fehlen. Schuld ist der Fachkräftemangel.

Fachkräftemangel – das Damoklesschwert für viele Unternehmen

Im Fachkräftemangel sehen viele Betriebe das Damoklesschwert ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Firmenentwicklung. Wichtige Stellen bleiben oft unbesetzt oder es braucht Monate oder Jahre um einen passenden Kandidaten zu finden. Auch die Industrieverbände und das Handwerk warnen vor dunklen Zeiten.

Müssen sich betroffene Firmen also ihrem Schicksal ergeben oder gibt es einen Ausweg aus dieser Situation?

Fachkräftemangel als Chance

Warum gibt es Unternehmen, die gute Wachstumsraten haben während andere händeringend um Fachkräfte buhlen? Liegt es an besseren Produkten, einfacheren Märkten oder nur einer stärkeren Kapitaldecke?

Unsere gesamte Arbeitswelt hat ein hohes Maß an Komplexität angenommen.

Auf der einen Seite werden so hohe Anforderungen an die fachlichen Qualifikationen, an die mentale Robustheit und an die Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern gestellt, wie noch zu keiner anderen Zeit. Gleichzeitig hat jeder Mensch aber auch unendlich viele Optionen, was er beruflich machen könnte. Neben ca. 350 „offiziellen“ Ausbildungsberufen gibt es ca. 60.000 verschiedene Jobs oder Positionen. Waren Menschen früher dankbar einen Job zu haben, können sie heute bei guter Qualifikation und mit etwas Flexibilität viel freier entscheiden.

Verteilt man die Aufgaben offener Stellen einfach auf andere Schultern, führt das schnell zu Überlastung der vorhandenen Mitarbeiter und schlimmstenfalls zu Kündigungen. Denn: wird es dem Mitarbeiter zu bunt, ist er weg!

Diese Situation stellt hohe Anforderungen an die Führung von Mitarbeitern und den gesamten Recruitingprozess. Ein Fachkräftemangel im eigenen Unternehmen resultiert nicht selten aus einer mangelnden Führungs- und Organisationsstruktur.

Über Jahre gewachsene Strukturen werden selten hinterfragt und falls doch, dann eher auf technischer Ebene durch die Einführung neuer Tools und Systeme. Weniger Beachtung findet der einzelne Mitarbeiter mit seinen Stärken und Schwächen, denn auch diese wandeln sich im Lauf der Jahre.

Im Einstellungsverfahren gilt schon eine qualifizierte Ausbildung, eine solide Erfahrung und eine generelle Leistungsbereitschaft als Kriterium – ein vordergründig einfaches Anforderungsprofil. Um Lücken durch Fachkräftemangel zu schließen braucht es aber mehr Kriterien.

Hier sind nützliche Tipps für Unternehmen, um den Fachkräftemangel zu umgehen:

  • Schlüsselpositionen kompromisslos richtig besetzen
    Unternehmen sollten alle Schlüsselpositionen (inklusive der Geschäftsführung) kompromisslos mit den richtigen Stelleninhabern besetzen. Das bedeutet gute Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter menschlich sehr gut führen und eine sehr gute Organisation und Abläufe schaffen.
  • Anforderungsprofile der anderen abgleichen
    Sind die 10 – 15% Schlüsselpositionen richtig besetzt, kann man die anderen Stellen mit Mitarbeitern verschiedener ggf. auch schwächerer Leistungs- und Qualifikationsklassen besetzen. Das gesamte System funktioniert dadurch besser. Leistung und Output der Organisation stimmen wieder.
  • Mitarbeiter-Ressourcen gezielt führen
    Führungskräfte sollten jeden Mitarbeiter zu seiner persönlichen Grenzleistung führen, ermutigen und stärken können.
  • Prioritäten setzen und Prozesse entkomplizieren
    Prüfen Sie regelmäßig Ihre Teams und setzen Sie Mitarbeiter stärkenorientiert ein. Nehmen Sie unnötige Belastungen von ihnen weg und machen Sie es ihnen einfacher. Dadurch steigt die Stimmung.
  • Mitarbeiter einbeziehen
    Führen Sie nicht nur auf Basis Ihrer technischen Kompetenz, denn nur zufriedene Mitarbeiter empfehlen ihr Unternehmen an Studienkollegen, Freunde oder Netzwerk-Kontakte weiter. Themen wie Anerkennung und berufliche Erfüllung tragen zur Zufriedenheit bei.
  • Um Mitarbeiter werben
    Geld allein ist nicht (mehr) alles. Arbeiten Sie konsequent und gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern an Ihrer Arbeitgebermarke, so wird auch nach außen deutlich, wie das Unternehmen wirklich tickt und wer gut zum Unternehmen passt.

Mit diesen Maßnahmen wirken Sie einem dauerhaften Fachkräftemangel entgegen und ein Ressourcenengpass wird zu dem, was er per Definition sein soll: Ein wesentliches Charaktermerkmal auf den Faktormärkten und ein ökonomisches Gesetz.

Sie benötigen Unterstützung bei der Umsetzung der Tipps? Unsere Personalberater helfen Ihnen den richtigen Weg aus dem Fachkräftemangel zu finden.

Tobias Tiller

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