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Kleidung als Karriere-Boost - Inter-Consulta

Kleider machen Leute – Wie der Griff zur richtigen Kleidung Ihre Karriere fördert

„Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.“ Diesen Satz hat man schon oft gehört. Aber kann die richtige Kleidung tatsächlich auch die Karriere fördern oder ist es eher egal was man trägt?

Laut einer Linkedin-Umfrage mit mehr als 1000 Beschäftigten in Deutschland müssen im Beruf nur noch selten (15,4 Prozent) Uniformen getragen werden. Die Mehrheit (47,6 Prozent) darf im Job anziehen, was sie möchte. Lediglich 8,6 Prozent gehen in formeller Kleidung, wie Anzug oder Kostüm ins Büro. Der Rest kleidet sich nach eigenen Aussagen „Smart Casual“, was zwar viele Freiheiten, aber damit auch viele Fettnäpfchen bietet.

Starten wir beim Bewerbungsgespräch oder bei der Kundenakquise: In Bruchteilen von Sekunden entscheidet unser Gegenüber, ob es uns sympathisch finden oder nicht. Tatsächlich ist zu 55 % die äußere Erscheinung, zu 38 % die Stimme und nur sieben Prozent das Gesagte entscheidend, um sich diese Meinung zu bilden. Ein gewichtiges Argument um die Wahl der Kleidung richtig zu bewerten!

Kleider machen Leute

Früher drückte Kleidung aus, wer zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe bzw. einem Stand gehört. Kleidung war sehr standardisiert. Heute kauft jeder in den großen weltweiten Markenshops und lässt sich von Influencern auf Instagram oder internationalen Netflix-Serien inspirieren. Menschen wollen sich über ihre Kleidung ausdrücken, mit ihrer Wirkung spielen und legen großen Wert auf Individualität. Kleidung wird zum Understatement und liefert mit Haaren, Gesichtsbehaarung und Haut einen Gesamteindruck der ersten wahrgenommenen Persönlichkeit.

Kann man sich im Privatleben noch erlauben sehr experimentierfreudig zu leben, ist es auch heute noch von Nachteil, sich mit allzu gewagten Piercings oder der vollen Sicht auf den tätowierten Unterarm in einem Bewerbungsgespräch zu zeigen oder zu versuchen eine Diebstahlversicherung an den Mann zu bringen. Die Einstellung des Gegenübers entscheidet, wie es uns bewertet.

Auch wenn sich die Kleiderregeln im Beruf in den letzten Jahren gelockert haben, sollte man die Kleidung eher als eine Art Soft-Skill betrachten und als Stilmittel sehen um seine Ziele leichter zu erreichen, als auf Individualität zu pochen. Die passende Kleidung im richtigen Moment kann viele Pluspunkte bringen: Wie der Rollkragen zur Agentur, gehört ein gut sitzender Anzug in der Finanz- und Bankenszene immer noch „zum (erwarteten) guten Ton“.

Auch das Bild eines Sportartikelherstellers oder eines hippen Start-ups ist ein anderes als das des klassischen Vertriebs oder einer technischen oder kaufmännischen Abteilung.

Gerne hält Frau den Männern entgegen, dass sie es mit ihrem Anzug ja einfach hätten, da kann man kaum etwas falsch machen. Tatsächlich sendet der Träger damit auch eindeutige Signale, die es unserem Unterbewusstsein leichter machen uns einzuordnen. Uniforme Kleidung zeigt: „Ich bin dein Freund und will dir nichts Böses“, „Wir verstehen uns, sind auf einer Wellenlänge“, „Ich achte deine Stellung und Position“. Dagegen kann ich mit einer bewusst anderen Wahl meiner Kleidung aber auch zeigen: „Nimm dich in acht vor mir.“ „Ich bin engagiert“ oder „Ich stelle mich über dich“.

Mit der richtigen Kleiderwahl können Sie tatsächlich Ihre Karriere positiv beeinflussen: Nutzten Sie das Stilmittel der Kleidung gekonnt für sich und machen Sie sich Gedanken, was Sie beim Gegenüber auslösen möchten. Bleiben Sie dabei aber Ihrem Typ treu, denn bei so manchen wirkt der coole Hipster-Style eben einfach nur wie eine „Hochwasserhose“.

Grundsätzliche Regeln bei der Wahl der Kleidung im Beruf

Ziehen Sie sich immer etwas besser an als Ihr Gegenüber, diese Regel setzt ein klares Signal und zeigt Selbstbewusstsein und Sicherheit. Ohnehin ist es immer ratsam, wenn man noch keine Einblicke in den Kleidungsstil eines Unternehmens nehmen konnte – lieber „overdressed“ als „underdressed“ zu sein. Und achten Sie auf kleine Details wie Uhren oder Schmuck. Liegt man daneben, kann es allenfalls ein Lächeln hervorrufen und die Situation lässt sich durch einen Smalltalk retten. Letzteres kann eine Beleidigung des Gegenübers sein und hätte fatale Folgen für den Verlauf des weiteren Gesprächs.

Tipps, die bei der Wahl der richtigen Kleidung im Job helfen

Orientieren Sie sich

  • an der Firmenkultur (auch die eigene Kultur und die Kultur Ihres Kunden) oder an der Branche
  • daran, was Kunden, Vorgesetzte und Kollegen tragen (Recherche im Web)
  • an Ihrem Gegenüber
  • am Umfeld
  • am Anlass oder besonderen Terminen / Einladungen

Was sollten Männer meiden:

  • zerschlissene Jeans mit Löchern oder der Baggy Stil (Hosen die nicht bzw. sehr tief sitzen)
  • Krawatten mit Comic-Druck oder stark ins Auge fallende
  • Tennis- oder Comic-Socken
  • ungepflegte, abgetretene oder zu sportliche Schuhe
  • ungepflegtes Äußeres
  • schlechte oder unvorteilhafte Passform

Was sollten Frauen meiden:

  • zu kurze oder zu tiefe Einblicke / zu viel nackte Haut
  • zu exotische Farben
  • zu hohe Absätze
  • zu viele Accessoires
  • erkennbare Unterwäsche
  • schlechte oder unvorteilhafte Passform

Fazit: es lohnt sich den Dresscode Ihrer Branche und Ihres spezifischen Unternehmens oder den Ihrer Kunden genauer zu studieren und für Ihre Ziele einzusetzen. Bleiben Sie dabei Sie selbst, und helfen Sie Ihrem Gegenüber Sie richtig einzuordnen, damit kommen Sie beruflich einen guten Schritt voran.

Quellen:

https://karrierebibel.de/dresscodes/

http://www.spiegel.de/stil/kleidungstipps-fuer-die-karriere-erfolg-anziehen-a-1124885.html

https://berufebilder.de/aktuelles/

https://www.emotion.de/de/karrieretipps/bettina-geissler-job-knigge-kleidung-5840

 

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Ines Spitzer

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