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Trennung moderieren

Personal: Trennung von Mitarbeitern erfolgreich moderieren

Die Trennung von einem Mitarbeiter ist immer eine heikle Angelegenheit für Unternehmen. Gerade bei langjährigen Mitarbeitern in Klein- und mittelständischen Betrieben hat man nicht selten auch eine persönliche Bindung zu der Person aufgebaut. Die fehlende persönliche Distanz bringt oft mehr Emotionen in den Prozess und erschwert die Lage. Aber auch die Gesetzgebung macht den Weg der einseitigen Kündigung seitens des Unternehmens zu einer der schwierigsten Aufgaben.

Hier kommt der Personalberater ins Spiel. Als neutrale Person entwickelt er für beide Seiten ein konstruktives Szenario und kann, ohne persönliche Betroffenheit und Emotionen, Vorschläge zu den Modalitäten und zu dem Weg unterbreiten, mit dem Unternehmen und Mitarbeiter gut leben können. Dadurch lassen sich lange und zähe Streitigkeiten vermeiden und eine einvernehmliche Lösung in einem akzeptablem Zeitrahmen realisieren.

Die Entscheidung zur Trennung muss stehen

Viele Entscheider überlegen oft schon lange, manchmal jahrelang, und schieben eine Trennung unnötig hinaus. Der Ärger wächst, manchmal schöpft man wieder Hoffnung, dass es besser werden kann, schreibt sich mit dem Entwurf einer Abmahnung auch mal den Frust vom Leib und wartet nochmal ab.

Doch an irgendeinem Punkt muss die Entscheidung fallen und dann auch mit allen drohenden Konsequenzen: Frustrierende Verteidigungshaltungen und Schuldzuweisungen, zermürbende Streits vor Gericht, hohe Abfindungen und mehr.

Was folgt aus dem Entschluss der Trennung

Fragen wie: „Wie gestalte ich die Trennung? Wie löse ich wirksam den bestehenden Arbeitsvertrag auf? Wie helfe ich dem Betroffenen in dieser Situation?“ sind sehr individuell und hängen stark von der persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Situation des Arbeitnehmers ab.

3 Schritte sind zwingend erforderlich, um eine einvernehmliche Trennung einzuleiten:

  • die Mitteilung der unumstößlichen Entscheidung an den Mitarbeiter, dass wir keine gemeinsame Zukunft sehen und dass wir uns über eine Trennung unterhalten möchten
  • die Besprechung und Vereinbarung über die Modalitäten der Trennung
  • die Abstimmung über den Weg, wie die Trennung vollzogen werden könnte

Dabei stehen emotionale Aspekte des Kandidaten im Fokus.

Feingefühl und Respekt haben oberste Priorität bei einer Trennung

Auch wenn er/sie es vorher vielleicht schon ahnt, fällt der Mitarbeiter in dem Moment, in dem man ihm die Entscheidung mitteilt, oft in ein tiefes Loch. Ein verantwortlicher Personaler muss diese Gefühle aufnehmen.

Die Gedanken des Mitarbeiters in dieser Situation können sehr vielschichtig sein: Finanzielle Nöte, verletzter Stolz und Gesichtsverlust, Sinnverlust, pure Zukunftsangst, oder einfach nur gebuchte Urlaubsreisen/Kreuzfahrten, die zu entschwinden drohen.

Der Mitarbeiter sollte nicht alleine gelassen werden. Die Situation ist entscheidend für den erfolgreichen Verlauf der Trennung und erfordert viel Feingefühl und Respekt, aber auch eine konsequente Haltung. Auch gilt es in diesem Gespräch die Abstimmung der Modalitäten und der Gestaltung der Beendigung des Vertrages zu klären.

Angst erzeugt Widerstand.

Halten Sie sich immer die Konsequenzen der Trennung für den Mitarbeiter vor Augen und das, was er fürchtet. Angst erzeugt Widerstand. Erst wenn diese Angst abgebaut ist, gelingt dem Mitarbeiter wieder die Konzentration auf das Wesentliche, weil er eine Perspektive vor Augen hat.

Die Übermittlung der Entscheidung einer Trennungsabsicht ist das wichtigste Gespräch im Trennungsprozess und sollte unter allen Umständen persönlich zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter stattfinden. Der Personalberater/Moderator ist hier schon anwesend und übernimmt nach dem ersten Satz …

Hier werden aber keinerlei Angebote und Vorschläge unterbreitet und keine Begründungen gegeben. Es wird lediglich der nächste Schritt besprochen.

Danach beginnt die Phase den Mitarbeiter für den gemeinsamen Weg der Trennung zu gewinnen. Der Gedanke muss erst reifen einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, eine Kündigung zu akzeptieren, oder vielleicht sogar um eine Kündigung zu bitten.

Fazit:

Man sieht sich immer zweimal im Leben, umso wesentlicher ist es, den unvermeidbaren Prozess einer Trennung wertschätzend und mit Respekt zu moderieren und eine wirksame einvernehmliche Auflösung des Arbeitsvertrages als Ziel zu haben.

Als Personalberater bauen wir im Verlauf der Trennung für und mit dem Mitarbeiter eine belastbare und zuversichtliche Zukunftsprognose. Entscheidend sind die im Initiativgespräch erkannten „Triggerpunkte“, welche auf der einen Seite den Mitarbeiter bewegen und auf der anderen Seite auch den Ansatz bieten, den Mitarbeiter für gute Vorschläge zu gewinnen.

So gelingt eine Trennung einvernehmlich.

 

Bildquelle: StockSnap von Pixabay

 

Tobias Tiller

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