Magazin Inter-Consulta
mobiles Arbeiten - Inter-Consulta GmbH

Mobiles Arbeiten – Allheilmittel für Unternehmen

Covid-19 hat uns zum Handeln gezwungen. Viele Unternehmen haben etwas geschafft, was vor der Pandemie nicht denkbar gewesen wäre. Plötzlich sitzen alle Mitarbeiter im Homeoffice und es klappt. Aber wie wirkt sich mobiles Arbeiten auf die Produktivität aus und ergibt sich daraus ein neues Arbeitsmodell für Unternehmen?

Mobiles Arbeiten – Einbahnstraße oder Autobahn

Wäre es denkbar, den Mitarbeitern auf lange Sicht die Entscheidung zu überlassen, von wo aus oder wo sie arbeiten. Oder ist die gewählte Freiheit doch nicht für jeden geeignet? Wird Freiheit vielleicht gar zur Einsamkeit?

Der Personalleiter eines Kunden von uns – Steckverbinder, Automotive-Entwicklung von Produkten und Prozessen – erzählte, dass 170 von 300 Mitarbeitern im Homeoffice sind und es perfekt läuft. Ähnliches berichtet der Leiter „Technische Büros“ eines Elektro-Anlagenbauers, er sagt:

„Unsere Mitarbeiter in der Projektierung sind im Homeoffice produktiver! Wir bekommen die Anlagen schneller durch die Konstruktion durch.“

Es läuft also alles rund und viele Mitarbeiter zeigen durchaus vergleichbare Leistungen wie im Büro, – manche schaffen sogar mehr. Hier scheint Homeoffice und mobiles Arbeiten ein echter Turbo fürs Geschäft zu sein.

Ein Geschäftsführer aus der Konsumgüterbranche berichtet dagegen, dass man die Homeoffice-Regelung schnellstmöglich wieder zurückfahren möchte, weil die Produktivität massiv nachgelassen hat. Sollten mobiles Arbeiten oder Homeoffice doch die Ausnahme bleiben?

Aufgrund unserer Beobachtungen haben wir festgestellt, dass Techniker, Entwicklungsingenieure, Produktionsplaner und „Prozessleute“ überwiegend sehr produktiv sind.

Verkäufer- und Produktmanager-Typen scheinen aber mit der neuen Arbeitsform eher Schwierigkeiten zu haben.

Kein einfaches Pro oder Contra

Wie immer spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Die Arbeitsweise und das Arbeitsumfeld müssen nach wie vor zur Persönlichkeitsstruktur des jeweiligen Mitarbeiters oder zu seinen Softskills passen und sollten mit herangezogen werden, ob ein Mitarbeiter Homeoffice mobil Arbeiten kann oder soll.

Und nicht zuletzt spielt auch eine wesentliche Rolle, welche Arbeitsbedingungen ein Mitarbeiter im heimischen „Büro“und unterwegs vorfindet. Ist genug Platz vorhanden? Licht, Luft, gute Sitzgelegenheiten, Ruhe zum Arbeiten, IT-Infrastruktur und Internetbandbreite passen? Also die technischen Grundvoraussetzungen und räumlichen Bedingungen sind ein wesentlicher Faktor, ob eine Arbeitsumgebung einen positiven und produktiven Rahmen bildet.

Vor allem  zuhause habe ich auch noch das persönliche Umfeld, Familienmitglieder, Kinder, Haustiere, die eine Unterstützung oder aber auch Störung darstellen können.

In jedem Fall wird sich das Verständnis von Führung und auch Messbarkeit der Arbeitsleistung und Arbeitsergebnisse verändern. Wenn ich als Führungskraft einen Mitarbeiter anrufe, nimmt er es als Kontrolle war? Oder wirkt es positiv und zeigt, dass ich mich wirklich für ihn und seine Bedürfnisse interessiere.

Arbeitszeit-Gesetz und mobiles Arbeiten

Auch eine wichtige Frage, die man sich in diesem Zusammenhang stellen muss: passt unser Verständnis von Arbeitszeit und das Arbeitszeit-Gesetz überhaupt zur mobilen Arbeitsweise? Welche neuen Fürsorgepflichten kommen auf den Arbeitgeber zu?

 

Fazit

Im Moment entstehen bei Personalverantwortlichen und Mitarbeitern noch mehr Fragen als Antworten. Da hat ein kleines Virus ein großes Neudenken in allen Bereichen unserer Gesellschaft angestoßen. Für Unternehmer ergeben sich daraus weitreichende Veränderungen und neue Überlegungen. Ich bin aber sicher, wenn wir dem offen begegnen und es aktiv angehen, können wir mit einer gestärkten modernen Unternehmenskultur hervorgehen.

 

Bildnachweis: Danke an Pixabuy für dieses Foto!

Tobias Tiller

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