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Rabenmutter Karrierefrau – inter-consulta GmbH

Rabenmutter oder Karrierefrau – wie macht man’s richtig?

Entscheidet man sich nach der Elternzeit sein Kind schon frühzeitig in die Krippe oder Kita zu geben, um wieder zu arbeiten, muss man sich als Mutter mit provokativen Fragen auseinandersetzen. Egal wie man es macht, macht man es falsch. Und das Gefühl keimt auf eine Rabenmutter zu sein:

Auf der einen Seite ist man die egoistische Karrierefrau, die sich am besten keine Kinder zugelegt hätte und auf der anderen, die, die Ausbildung und Ambitionen aufs Spiel setzt und sich in eine finanzielle Abhängigkeit begibt und noch dazu bei der Rente einbüßt.

Die Rabenmutter

„Was? Du willst deine Tochter schon mit einem Jahr aus der Hand geben? In die Hände einer Fremden Kindergärtnerin? Willst du ihr das wirklich antun? Hast du dir das gut überlegt?“

Ich habe mich dazu entschieden nach der Elternzeit wieder in Teilzeit zu arbeiten und unsere Tochter vormittags in die Krippe zu bringen. Mein Mann arbeitet in Vollzeit. Dieses Modell praktizieren übrigens 45 Prozent der Eltern in Deutschland. Bei 17 Prozent gehen sogar beide Eltern Vollzeit arbeiten.

Frühe Kita – gibt es auch Vorteile?

Ich bin davon überzeugt, dass Kinder in der Kita viel mehr für Ihre Entwicklung geboten bekommen. Zu Hause laufen Kinder quasi nebenher. Sie sind zwar dabei, wenn die Mutter einkauft, essen kocht, abspült, und sich um die Wäsche kümmert, aber qualitativ ist diese Zeit für die Kleinen nicht. Im Kita-Alltag hingegen, gibt es andere Kinder, Spiele, Bastelei, gemeinsames Singen, Musizieren und Abenteuer. Diesen Umfang und diese Vielseitigkeit können das Elternhaus gar nicht bieten.

Deshalb kommt es auch nicht von ungefähr, dass Kinder laut Studien enorm vom frühen Start in die Kita-Welt profitieren. Kita-Kinder sind sozial kompetenter, können sich besser durchsetzen und das Selbstbewusstsein ist größer als das von Kindern, die daheim betreut werden.

Auch lernen sie mit anderen Kindern zu teilen, geduldig zu sein und zu warten. Ebenso werden die Kleinen von Anfang an mit Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft konfrontiert. Auch das fördert eine gesunde und weltoffene Entwicklung schon in frühen Tagen.

Und, dass die kleinen Kinder gerne die großen Kinder in der eigenen Kita Gruppe beobachten, sich vieles von Ihnen abschauen und so viel schneller lernen und sich entwickeln liegt auch auf der Hand.

Von der Rabenmutter zur qualitativen Mama/Tochter-Zeit

Der Blick auf einen selbst darf auch nicht vergessen werden. Ich fühle mich seit ich wieder arbeite ausgeglichener, kann mich wieder mehr auf meine Tochter einstellen, intensiver mit ihr spielen, wieder mehr auf meine Mutter-Intuition hören und freue mich jeden Tag aufs Neue sie nach getaner Arbeit in die Arme zu schließen. Dann ist Arbeit, Arbeit und es ist Mama / Tochter- Zeit bzw. Familienzeit angesagt.

Fazit:

Als Mutter scheinen wir gefühlt immer zwischen den Stühlen zu sitzen. Wenn man seine Entscheidung, am besten gemeinsam mit dem Vater getroffen hat, kann man auch gemeinsam zu 100 Prozent dahinterstehen und nagende Zweifel, die weder beruflich noch privat etwas bringen beiseite schieben. Nur so können Job und Familie nebeneinander gelingen und man als junge Mutter und moderne Frau wachsen.

 

Quellen:

  • Rohlfing, Susanne; „Vereinbarkeit!Witzig“ in ELTERN Nr. 3 2020, S. 24
  • Oesterle, Brigitte; „Mit einem Jahr in die Kita: Schadet der Frühstart meinem Kind?“, gefunden auf familie.de, 18.09.2019
  • Rabe: pixabay

 

Ines Spitzer

September 2020
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