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Eingewöhnung - Inter-Consulta GmbH

Kind/Eltern/Arbeitgeber – Die Phase der Eingewöhnung meistern

Ist die Entscheidung einmal gefallen, dass man als Mutter oder Vater nach Elternzeit wieder seinen Beruf ausübt und nicht zu Hause bleiben möchte (oder bleiben kann), um das Kleinkind zu hüten, stehen die Familie und der Arbeitgeber vor einer großen Herausforderung. Für Eltern und Kind ist es eine Phase der Entwöhnung und eine Eingewöhnung zugleich und für das Unternehmen ein wichtiger Aspekt für gute und moderne Führung.

Die gewählte Betreuungsform (Kita oder z.B. Tagesmutter) erfordert enge Abstimmung mit dem Arbeitgeber.  Die Bedürfnisse des Kindes, aber auch des Arbeitgebers müssen berücksichtigt werden. Hier treffen Professionalität und Emotionen aufeinander, die man normalerweise eher getrennt hält.

Die ersten Tage ohne Kind – Eingewöhnung und Entwöhnung

Das erste Mal loslassen, das Kind abgeben bei einer noch Fremden, eine weitere Bezugsperson zulassen und annehmen, die  anders mit dem Kind umgeht und andere Prioritäten hat als man selbst. Diese Entwöhnungsphase ist nicht leicht und verursacht bei den Eltern so schon Unbehagen. Fällt die Entwöhnung mit dem Arbeitsstart zusammen, kommt zu der ersten Trennung auch noch der Arbeits- und Termindruck. Alles unter einen Hut zu bringen gleicht an manchen Tagen einem Mammutprojekt.

Kindeswohl im Mittelpunkt

Das Arbeitsrecht sieht keine besondere Behandlung für den Mitarbeiter vor, der die Phase der Entgewöhnung und Abnabelung mit seinem Kind durchlaufen muss. Das Berliner Modell, auch Eingewöhnungsmodell nach infans (Institut für angewandte Sozialisationsforschung/Frühe Kindheit e.V.) bietet, mit Blick auf das Kindeswohl, eine gute Richtschnur, um Absprachen und zeitlich begrenzte Sondervereinbarungen mit dem Arbeitgeber für diese Phase treffen zu können.

Allgemein setzt man einen Zeitraum von ein bis drei Wochen für die Eingewöhnung des Kindes an. Das Kind sollte nur langsam vom betreuenden Elternteil getrennt werden und gleichermaßen an den Erzieher/die Erzieherin als Bezugsperson herangeführt werden. Das Kind bestimmt den Takt. Der schlägt oft anders, als der Takt der Termine und Arbeitszeitvorgaben, die der Arbeitgeber sich wünscht.

Als Eltern möchte man in dieser Situation verständlicherweise besonders behutsam mit dem Kind umgehen und alles richtig machen. Kommuniziert man diesen Zeitrahmen mit Arbeitgeber und Vorgesetzten rechtzeitig und bespricht mögliche Szenarien, nimmt es den Druck heraus, die Eingewöhnung möglichst schnell über die Bühne bringen zu müssen, und gleich wieder auf volle Leistung gehen zu müssen. Eine softe Eingewöhnung, die dem Kind, den Eltern, aber auch den Arbeitsergebnissen gut tut wäre ideal.

Möglichkeiten für Sonderabsprachen in der Phase der Eingewöhnung

Der Arbeitnehmer hat für diese Zeit keinen Sonderurlaub, wie bspw. bei Hochzeit oder Trauerfall. Dennoch bieten sich Möglichkeiten wie:

  • Überstunden abbauen,
  • Urlaub nehmen (auch unbezahlt!),
  • die Elternzeit verlängern oder
  • man gestaltet seinen Arbeitstag sehr flexibel.

Fazit

Die Flexibilität die Arbeitszeit rund um die Eingewöhnungszeiten in der Kita zu jonglieren funktioniert natürlich nicht in jeder Art von Job. Gerade nicht in Berufen, die niedriger bezahlt sind oder Präsenz erfordern. Hier ist ein Gespräch mit dem Arbeitgeber unumgänglich. Der Wille zur gegenseitigen Rücksicht ist für ein erfolgreiches und vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zukunftsweisend. Nur so kann der Druck letztlich für beide Seiten genommen werden und junge Eltern können als wertvolle Mitarbeiter im Unternehmen weiter Leistung bringen und abrufen.

 

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Bildnachweis: Uwe Baumann, pixabay

Ines Spitzer

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