Magazin Inter-Consulta
Personalsuche mit Zielgruppen - inter-consulta Gmbh

Mit Zielgruppen zum richtigen Personal

Als „Zielgruppen“ definiert man im Marketing eigentlich bestimmte Gruppen, die ein Werbetreibender mit seinen Marketingmaßnahmen erreichen will. Genau dieser Ansatz lässt sich hervorragend adaptieren, um bei der Suche nach Personal erfolgreich zu sein.

Im Grunde ist die Personalsuche, der Bewerbungsprozess und die Einstellung neuer Mitarbeiter nichts anderes als ein Verkaufsprozess mit definierten Anforderungen und Wünschen an den idealen Käufer. Doch diese sind rar. Die demographische Entwicklung hält die Wirtschaft in einem Arbeitnehmermarkt. Arbeitnehmer können zwischen mehreren Stellenangeboten abwägen. Der Arbeitgeber muss mit dem arbeiten, was der Markt hergibt. Die Unternehmen müssen verstärkt für sich und ihre Vorzüge werben. Darum ist – neben der Aufgabe, sein Unternehmen ins optimale Licht zu rücken, ­– vor allem wichtig, überhaupt eine nennenswerte Anzahl an Bewerbern zu erreichen.

Emotionale Aspekte bei der Festigung von Zielgruppen bringen mehr Auswahl

Zeit spielt heute eine wesentliche Rolle. Man könnte nun meinen, dass möglichst knappe und straffe Information wie Gehalt, Vergünstigungen, der Jobtitel und Einsatzort mit einer kurzen Beschreibung der Leistungsanforderung an den Kandidaten alles ist, was eine Zielgruppe lesen muss. Sicher kann das ab und an funktionieren. Aber wer die Spreu vom Weizen trennen will und sich als Personalsuchender den Vorteil einer „Auswahl“ verschaffen will, muss weiterdenken und auch weiche emotionale Faktoren in die Jobbeschreibung einfügen.

Jede Person, die eine Stellenanzeige liest oder darauf angesprochen wird, hat unterschiedliche Bedürfnisse und Motivationen. „Der Job von Personalern, ist es den Job zu designen“ und diese Bedürfnisse in Worte zu fassen, damit sich der Kandidat erkennt und quasi „direkt in der Stelle“ sieht. Er muss emotional erreicht werden. Ansonsten scrollt ein vielversprechender Kandidat weiter und die Firma bzw. der Recruiter verliert ihn.

Nach dem Motto: „Der Köder muss den Fisch schmecken und nicht dem Angler“ ist es wichtig seine Zielgruppen klar zu definieren und unterschiedlich anzusprechen, denn 20-jährige bewegen sich im World Wide Web auf anderen Plattformen als beispielsweise 45- bis 50-jährige.

Direktere Ansprache dank Zielgruppen

Es macht Sinn mit der anvisierten Altersgruppe zu beginnen. Wen kann die Stelle ansprechen und in welcher Lebenssituation befindet sich die Person. Nehmen wir die Zielgruppe der jungen Servicetechniker*innen zwischen 18 und 29. Ein Servicetechniker kann leicht an 5 Tagen die Woche unterwegs sein. Wie lässt sich das mit seiner Lebenssituation vereinbaren, bei der Kinder, Hausbau und Vereinsleben oder gar Statussymbole eine Rolle spielen. Kollegen und Kolleginnen im höheren Alter werden nicht mehr so viel reisen wollen und sind ihm Beruf fest verankert, auch was das Gehalt anbelangt.

Definition der Zielgruppen über Avatare

Wie man an diesem Beispiel sieht, entstehen zwei unterschiedliche Profile, sogenannten Avatare. Jeder Avatar steht für eine konkrete Person mit einer Beschreibung seiner kompletten Lebenssituation, das geht über eine reine Stellenbeschreibung und die harten Fakten weit hinaus und nimmt den Blickwinkel der Kandidaten ein und was ihnen wichtig ist.

Wo bewegen sich meine Zielgruppen?

Sind alle Motivationen erfasst, die Ängste und Wünsche bezüglich eines Arbeitsplatzwechsels oder die Bedürfnisse der Familie ausformuliert? Je mehr ausgearbeitet wird, umso exakter lässt sich die Personalsuche darauf abstimmen und ein geeigneter Kandidat lokalisieren und erkennen, wo er empfänglich für Angebote bzw. Stellenanzeigen ist.

Durch diese Vorarbeit lassen sich schnell Medien und Kanäle festlegen, wo und wie die Zielgruppe am besten zu erreichen ist. Xing, Facebook, Snap, Stellenbörsen, per Mail, WhatsApp, Printanzeige im Vereinsblatt oder durch die telefonische Ansprache: jede Zielgruppe wird durch den ein oder anderen Kanal besser erreicht und will anders angesprochen werden.

 

Hier weitere Tipps zur Ausarbeitung der Avatare:

Die richtige Ansprache festlegen

Bei unserem Beispiel Servicetechniker darf man sicher, wenn es zum Unternehmen passt, auch duzen. Bei einem Kaufmännischen Leiter (m/w/d) oder beim Leiter Fertigung (m/w/d) ist oft die förmlichere Ansprache vorzuziehen. Je nach dem entsteht eine andere Atmosphäre zwischen Personaler und Bewerber.

Kurze und präzise Angaben

Maximal 5-7 kurze „Bullet-Points“ können vom Auge schnell und einfach erfasst werden, sonst klickt man weg oder folgt doch lieber dem Gedanken, den man gerade hatte.

Die emotionale Ebene berücksichtigen

Welche Elemente aus den Avataren helfen mir, den richtigen Kandidaten an der richtigen Stelle anzusprechen und innerhalb weniger Sekunden seine Aufmerksamkeit zu bekommen.

 

Fazit

Attraktive Kandidaten für sich zu gewinnen bleibt weiter eine anspruchsvolle Aufgabe. Die emotionale Ansprache und die Kontaktpunkte sollte für jeden Job genauso konsequent ausgearbeitet werden, wie harte Fakten. Die Arbeit mit Avataren ist erst ungewohnt, hilft aber, ein klares Bild der Bewerber festzulegen und mehr erfolgversprechende Kandidaten neugierig zu machen. Wenn dann noch der erste Eindruck (des Unternehmens) stimmt, ist der Wunschkandidat greifbar nahe.

 

Fotonachweis: Ronny Overhate, pixabay

Ines Spitzer

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