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Wechseldruck - Inter Consulta GmbH

Wechseldruck in Unternehmen – das neue Normal

Viele Unternehmen spüren derzeit einen hohen Wechseldruck auf Personalebene. Auf der einen Seite haben Kandidaten die Wahl, sich aus viele Stellen die eine auszusuchen, die ihnen am meisten zusagt. Auf der anderen Seite werden Unternehmen mit Mitarbeiterkündigungen konfrontiert, mit denen so früher kaum zu rechnen war.

Wechseldruck als Realität begreifen

Die Generationen, die jetzt auf dem Arbeitsmarkt sind, haben eine Ausbildung gemacht, sind sehr agil und wollen sich weiterbilden. Der stupide 8-Stunden-Tag, sieben Tage die Woche, hat ausgedient.

Das Mitarbeiter wechseln, liegt in der Natur der Sache. Aber immer weniger Arbeitnehmer halten ihrem Unternehmen bis zur Rente die Treue. Diese Treue wurde früher teilweise aus der Not geboren, sei es, weil die Familie Vorrang hatte oder ein Häuschen gebaut wurde. Auch nach dem „klassischen Modell malochen“ ist nicht mehr in. Unternehmen müssen diese Realität begreifen und sich fragen, wie sie dem strategisch und auch faktisch entgegentreten können.

Warum wechseln scheinbar zufriedene Mitarbeiter?

„Einfach mal was anderes machen wollen“ ist ein Kündigungsgrund, der derzeit sehr häufig genannt wird und Personaler kalt erwischt. Dahinter steht der Wunsch und der Anspruch nach Abwechslung; nochmal etwas Neues wagen und ausbrechen aus dem stupiden Ablauf, den man seit Jahren fährt. Auch neue Arbeitsmodelle, die eine Reihe von Unternehmen anbieten, wie remote oder mobil Arbeiten, spielen eine immer stärkere Rolle. Diese Ansprüche sind Gründe, die Mitarbeiter anführen, wenn sie gehen. Auch, wenn sie sich wohl fühlen, gut bezahlt werden und eigentlich ansonsten alles passt.

5 unternehmerische Strategien gegen Wechseldruck

Generell ist der verstärkte Wechseldruck eine Realität. Wie kann ein Unternehmen damit besser klar kommen:

  •  Über Bedarf einstellen

Über Bedarf einstellen bedeutet: statt einen, stelle ich für ein Aufgabengebiet 2 Mitarbeiter ein. Das bringt Flexibilität und ist in vielen Bereichen sowieso nötig und auch unsere Empfehlung, besonders, wenn es um Engpassstellen, herausgehobene Stellen oder Stellen mit speziellem Know-how geht.

  • Permanentes Rekrutieren/Arbeiten ohne Planstellen

Viele Unternehmen arbeiten gerne mit Planstellen und kommen so immer wieder in Zugzwang, wenn ein Mitarbeiter mit kurzer Kündigungsfrist das Unternehmen verlässt. Für Vertriebsstellen und Stellen, die direkte Wertschöpfung bringen, gibt es eigentlich keine Planstellen. D.h. in diesem Fall permanentes Rekrutieren und immer, wenn ein geeigneter Kandidat gefunden ist, wird dieser eingestellt; ob mit Planstelle oder ohne. Diese Vorgehensweise eignet sich für Stellen im aktiven Verkauf und für Servicetechniker.

  • Bedürfnisse nach Abwechslung befriedigen

Stupide Arbeit und tägliche Routine sind Auslöser für einen Stellenwechsel. Wem es gelingt, das Bedürfnis der Mitarbeiter nach Abwechslung und Frische im Job zu befriedigen, kann den meisten überraschenden Kündigungen etwas entgegensetzen.

  • Prävention im Personalgespräch

Selten werden Wechselgedanken deutlich ausgesprochen. Regelmäßige Abfragen in Personalgesprächen helfen Wechselgedanken zu erkennen. „Passt die Arbeit?“, „Hast du noch Spaß?“ „Wie kannst du mal was Neues machen?“ Fragen, wie diese, liefern Ansätze und Anreize, um für Stabilität im Mitarbeiterstamm zu sorgen.

  • Interne Stellenausschreibungen/Jobrotation

Interne Stellenausschreibungen und Jobrotation sind gute Möglichkeiten, sich zu verändern und dem Unternehmen weiter treu zu bleiben. Sie sind ein wesentlicher Hebel, um Mitarbeiter von Wechselgedanken abzubringen. Gleichzeitig fördert sie ein positive Unternehmenskultur, in der die eine Abteilung keine Angst haben muss einen Mitarbeiter zu verlieren, wenn er in eine andere gehen möchte. Ohne dieses Angebot verliert m Zweifel das ganze Unternehmen den Mitarbeiter.

Empfehlung für kleine Betriebe und Mittelständler

Klar, großen Unternehmen mit z B. mehren hundert Mitarbeitern am Standort fällt es leicht, intern Stellen auszuschreiben. Auch Jobrotationen sind bei vielen ähnlichen Stellenprofilen leichter zu integrieren.

Was kann der Mittalstand tun:

  • Mitarbeiter in Projekten einsetzen,
  • temporäre Jobrotation,
  • aktiv Fortbildungen promoten,
  • trotz allem Stellen intern ausschreiben und konsequent Mitarbeiter auf interne Vakanzen ansprechen.

Wenn man den Mitarbeitern aber diese Jobchancen nicht anbietet, ist die Gefahr viel höher, dass sie sich extern bewerben. Und das, oft ohne Vorankündigung und ohne eine Möglichkeit, dem etwas entgegenzusetzen. Selbst mehr Geld ist dann oft kein motivierender Faktor mehr.

Menschen wollen und brauchen Abwechslung, – auch im Job! Personalstrategien sollten daher auch darauf abzielen langjährige Mitarbeiter nicht als sicher zu betrachten und Wege für mehr Abwechslung und Frische bereit zu stellen. Stellen intern auszuschreiben und permanentes Rekrutieren signalisieren der Belegschaft, dass „hier was geht“ und bieten Abwanderungswilligen gute Optionen für Veränderung, ohne gleich das Unternehmen zu verlassen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Wechseldruck. Lassen Sie uns gerne in einem nächsten Gespräch darüber diskutieren!

 

Bildnachweis: Adobe Stock fotogestoeber

Tobias Tiller

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